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Mr. Hyde-Style

In Edward G. Hollow, Geschichten on 15. Juli 2013 at 8:01 pm

„Nun bin ich mal ein Arschloch. Trinken und Fleisch, männliche Dinge, das macht mir Spass. Nun trinkend, fickend und fressend lässts sich leben – etwas Krafttraining für die Muskeln darf nicht fehlen. Bald kommt vielleicht ein Auto, ein grosses Auto, eines das Spass macht und lärm, ach und Spritverbrauch ist egal. Nun werde ich in Casinos gehen, trinkend Blackjack spielen und wenn eine der Bardamen meine neue Karre geil findet, vergesse ich meine kleine Freundin für eine Nacht. Ab jetzt benutze ich keine Kondome mehr – zu feminin – denn ich will meine Mädchen richtig spühren. Wenn eine dieser Schlampen Kinder kriegen sollte geh ich wohl nach Amerika, wollte da immer schon mal hin. Da werden mich alle lieben, aber der Deep South zieht mich an: mit seinen brennenden Kreuzen und lustigen, weissen Kaputzen. Wahrscheinlich werd ich in die Kirche gehn so oft es geht, damit ich, trotz meines sündigen Lebensstils, in den Himmel komme, ausserdem komme ich in allerlei Redneck-Girls. Dieses Leben wird Spass machen. Ich werde den Balg schnell vergesse und auf wild, freie Gedanken folgen dieselben Taten…

Nun bin ich alt, also nicht wirklich alt aber 54 Jahre sind schon was. Ich gehe gern in die Kirch, dort finde ich noch Ruhe. Die Klinik ist schlecht und die Schwester hässlich, was nicht wirklich zur Genesung meines fortschreitenden Krebses und der Leberzirrhose beiträgt.
Mein kleiner Noel ist jetzt 34 geworden, er besucht mich nicht, niemand tut das.
Bin nicht mal sicher, ob er von mir weiss, ob er mein Gesicht kennen würde – mitlerweile wohl kaum. Das Ende spühre ich nun näher denn je und die Frage, wo ich die Verantwortung aufgegeben habe, ist leicht zu beantworten.“

Auszug aus dem Testament des Edward G. Hollow

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